Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Helmstedt

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Inhalt: Projekt 17

Am 9. 4. 1991 wurden vom Deutschen Bundestag 17 Vorhaben für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in den neuen Bundesländern beschlossen. Es sind 7 Autobahnbauvorhaben, 9 Schienenprojekte und ein Wasserstraßenprojekt. Dieses Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 beinhaltet den Ausbau der 280 km langen Wasserstraßen-West-Ost-Verbindung vom Raum Hannover nach Berlin.

Das Ziel des Ausbaus ist ein verbesserter Anschluss der Großräume Magdeburg und Berlin an die wichtigsten Nordseehäfen und die westlichen Industriezentren durch eine leistungsfähige, sichere und umweltfreundliche Wasserstraßenverbindung der Wasserstraßen-Klasse Vb.

Für den Ausbau zwischen Wolfsburg und Magdeburg der Osthaltung des Mittellandkanals (MLK) ist das WNA Helmstedt zuständig. Im Jahr 1992 wurde das Amt gegründet und begann mit den Planungen zum Ausbau.


Osthaltung des Mittellandkanals

Der Streckenausbau:

Der veraltete Ausbauzustand und die prognostizierte Verkehrsentwicklung des MLK erfordern den Ausbau für eine moderne und leistungsfähige Binnenschifffahrt.

Das vorhandene Muldenprofil und der unzureichende Teilausbau aus DDR – Zeiten in Sachsen – Anhalt werden ersetzt durch Kanalquerschnittsformen die leistungsfähige Großmotorgüterschiffe bis 110 m Länge und Schubverbände bis 185 m Länge mit einer Breite bis 11,45 m und einen Tiefgang von 2,80 m aufnehmen. Die Schiffe haben eine Tragfähigkeit von 2.100 to bzw. 3.500 to.


Muldenprofil

Profil nach Teilausbau
Profil nach Teilausbau (von 1976-87, ca. 36 km)

Ausgehend von den Bemessungsschiffsgrößen der Großmotorgüterschiffe und Schubverbände wurden bundeseinheitlich Regelabmessungen für vier verschiedene Kanalquerschnittsformen festgelegt. Es kann ausgebaut werden im:

Für die einzelnen Streckenabschnitte der Osthaltung wurden unter ökologischen, ökonomischen und technischen Gesichtspunkten die jeweils zweckmäßigen Ausbauquerschnitte ermittelt.


Ausbauquerschnitte

Liegt der Kanalwasserspiegel in der Höhe des Grundwasserspiegels so kann der Kanal im Einschnitt ohne Dichtung ausgebaut werden. In Bereichen, in denen der Kanalwasserspiegel über dem Grundwasser liegt, muss der Kanal im Damm gedichtet werden. Die Dichtung besteht in diesen Dammstrecken in der Regel aus einer 20 – 30 cm dicken Tonschicht, die auf den Böschungen und der Kanalsohle aufgebracht wird. Zum Schutz gegen Erosion wird die Tonschicht mit einem Geotextil abgedeckt. Abschließend wird als Schutz gegen Strömung und Wellen sowie gegen Ankerwurf und Schiffsanfahrung über das gesamte Kanalprofil eine Deckschicht aus Wasserbausteinen aufgebracht.


Bodenaushub (Grobschnitt)


Toneinbau nur im Dammbereich


Verlegung geotextiler Filter


Schüttstein-Einbau

Der Neubau der Düker und Durchlässe:

Die den MLK kreuzenden Gewässer werden in Dükern und Durchlässen unter dem Kanal hindurchgeführt. Da die alten Bauwerke in das neue Schifffahrtsprofil hineinragen würden, erneuert das WNA die Düker oder bricht sie in Einzelfällen bei Entfall des Bedarfs ersatzlos ab.

Insgesamt sind 37 Anlagen anzupassen. Derzeit sind noch 2 Neubauten, 3 Abbrüche und eine Durchlass-Instandsetzung im Bau bzw. in Planung.

Die Dükerrohre werden entweder in offener Bauweise im Einschwimmverfahren eingebaut oder von einem Schacht aus einzelne Rohre mit hydraulischen Pressen im Vorpressverfahren unterhalb der Kanalsohle vorangetrieben. Beim Vorpressverfahren trägt ein Schneidkopf den Boden ab. Dieser Boden wird dann unter Zugabe von Flüssigkeit innerhalb eines separaten Rohres abtransportiert.


Dükerbau beim Bau des Kanals 1935


Einschwimm-Düker heute (Wolfsburg)


Kanalquerschnitt mit Durchpress-Düker


Scheidkopf und hydraulische Pressenstation

Die Kanalüberführung Elbeu:

Nordwestlich von Magdeburg ist in der "Hohen Dammstrecke" auch die Kanalüberführung Elbau vom Ausbau des MLK betroffen.

Der MLK kreuzt hier die Hauptstrecke der DB AG von Magdeburg nach Stendal. Im Zuge des Ausbaus wird die Überführung durch einen Neubau ersetzt.


Liege- und Wendestellen:

Für die Binnenschifffahrt werden am Kanal Liegestellen für Übernachtungen und zur Überbrückung von Wartezeiten angelegt.

Da der Kanalquerschnitt für Wendemanöver von Binnenschiffen zu schmal ist, werden in der Nähe von Häfen Wendestellen eingrichtet.


Bau einer Wendestelle

Stand der Bauarbeiten und Ausblick:

Der Ausbau der Osthaltung des Mittellandkanals ist bereits mit 78 km von insgesamt 80 km fertig gestellt.

Die durchgehende Abladetiefe von 2,80m wird voraussichtlich Anfang 2017 geschaffen sein. Dann sind noch zwei Düker in Wolfsburg neu zu bauen und ein Lückenschluss in der Nähe von Oebisfelde fertig zu stellen.